Letztens auf einem Obedience-Turnier

 
 
Letztens auf einem Obedience-Turnier bei den Weser-Ems-Hoppers in Hoope vom Club für Britische Hütehunde

Wißt ihr was Obedience ist?

Also, ich wusste ja das Lotte seit ein paar Wochen irgendwas neues auf dem Hundeplatz macht. Aber ich habe nie so genau hingehört wie das heißt um ehrlich zu sein. Aber jetzt weiß ich es! Ich war nämlich vor kurzem auf einem Obedience-Turnier!

Samstags morgens sind wir schon ganz früh auf den Hundeplatz gefahren. Kam mir schon ein bisschen komisch vor weil wir nämlich sonst immer nur nachmittags oder abends dahin fahren. Na ja, was soll´s. Erst mal mussten Lotte und ich dann auch im Auto warten ( fand ich aber gar nicht schlimm, war eh noch ganz müde). Irgendwann hat Claudia mich dann mal zu einem kleinen Spaziergang aus dem Auto geholt.

Habe mich richtig erschrocken, ich meine auf dem Hundeplatz ist ja immer viel los, aber da Standen noch mehr Autos rum als sonst. Und jede Menge Menschen und Hunde waren auch da.

Zum Glück war der Spaziergang nicht lang (ich war nämlich immer noch nicht so ganz wach).

Dann hat Claudia Lotte mitgenommen. Dachte mir, ich setze mich mal hin und gucke was die beiden so machen, nicht das die wieder die lustigsten Sachen ohne mich machen. Aber dann habe ich gesehen das Claudi mit zwei Frauen geredet hat. Habe Lotte hinterher gefragt wer das war! Also, die eine war Marianne Jennssen, das ist eine Obedience-Richterin, Lotte sagte die sei fürchterlich nett! (die redet heute noch andauernd davon). Und die andere Frau hat immer Für Claudia übersetzt was Marianne gesagt hat. Marianne Jennssen kommt nämlich aus Dänemark und kann nur dänisch und englisch und Claudia kann weder das eine noch das andere so wirklich.

Irgendwann bin ich dann mal wieder eingeschlafen und als ich wach wurde standen die vier Weiber immer noch da und hatten ihren Spaß. Fand ich ganz schön gemein dass ich nicht dabei sein durfte! Und Lotti hat es natürlich wieder so richtig genossen im Mittelpunkt zu stehen! Völlig fies finde ich! Anschließend kam Lotti dann mit so einer Art Urkunde wieder.

Urkunde? Da wär ich ja jetzt nie drauf gekommen! Das war eine Prüfung! Mit so viel Spaß!

Ich glaube das mache ich nächstes Jahr auch!

Auf jeden Fall haben die beiden ein "vorzüglich" bekommen und hatten 271,5 von 320 Punkten! Das ist wie bei den Ausstellungen die beste Formwertnote die man bekommen kann. Die beiden waren schon bei der Abschlussprüfung nach dem ersten Einführungskurs so gut. Da haben sie 98,5 von 100 Punkten erreicht. Könnt ihr euch vorstellen was ich mir wieder tagelang anhören musste?

Dann ist Lotte wieder ins Auto eingestiegen und ich durfte wieder raus. Claudia und ich sind dann in so einen komischen Container gegangen und haben "Leistungskarten" ausgefüllt. Die hat jeder Hundebesitzer morgens bei Claudia und Susanne (das war die mit der Claudia für den Tag zum Bürodienst eingeteilt war) abgegeben. Und da musste Claudia dann eintragen wie viele Punkte jeder mit seinem Hund erreicht hat und welche Formwertnote er dafür bekommt. Für diejenigen von euch die es nicht wissen: Es gibt sozusagen 4 Klassen beim

Obedience; Beginners, Klasse I, Klasse II, Klasse III.

Zwischendurch haben Claudia und ich dann zugesehen was die anderen so mit ihren Hunden Machen. Hylda z. B., das ist die Frau bei der Claudia und Lotte jede Woche üben, die hat selber einen Labrador- Mischling und einen Australian-Shepherd? , der eine ist in der Beginners Klasse und der andere in Klasse III. Und ich muß schon sagen alle 3 sind einfach nur Klasse!!!!

Genau wie Monika mit ihrem Shapendoes Geenie und ihrem Bobtail Momo!

Momo heißt eigentlich Checkpoint Charlie´s Attention please aber mir gefällt Momo Viel besser.

Am Anfang habe ich mich immer gewundert wenn Monika mit ihrer Momo auf dem Platz trainiert hat wenn ich selber Unterricht hatte. Ich habe immer gedacht: Was macht die da eigentlich mit meiner Lotti? Warum sitzt die nicht im Auto?

Voll drauf reingefallen. Von weitem sehen Momo und Lotte sich nämlich irgendwie ähnlich. Übrigens war da noch ein Bobtail: Happy Panda´s Rising Sun, genannt Rosalie, mit ihrer Besitzerin Birgit Rien. Die beiden sind in der Beginners Klasse angetreten und haben sich Tapfer geschlagen wie ich finde. Ihr seht also, nicht nur Border Collies sind sportlich und intelligent!

Lotte und Claudia sind in der "inoffiziellen" Beginners-Klasse gestartet. Die beiden machen das ja noch nicht so lange. Aber mal unter uns gesagt: Ich bin schon manchmal ganz schön neidisch darauf wie gut Lotti das schon kann. Die offiziellen Klassen hat Hans-Ove Petersen gerichtet. Der kommt auch aus Dänemark und jetzt haltet euch fest: Der züchtet schon seit vielen Jahren Bobtails unter dem Zwingernamen "Jolly-Bears". Darum war der mir gleich so sympathisch, ich habe ihn dann nämlich auch kennen gelernt als das Turnier zu Ende war. Marianne und Hans-Ove wollten Lotti und mich nämlich noch fotografieren, wahrscheinlich wollen sie ihren Bobtails in Dänemark mal zeigen was es in Deutschland für schöne Bobtails gibt. Bei den offiziellen Klassen ging es dann schon ernster zu aber ich erzähle einfach mal Was ich so mitbekommen habe. Also, da stand Hans-Ove und hat sich genau angeguckt ob die Hunde und ihre Besitzer alles richtig machen. Daneben stand Petra (das ist die bei der ich Agility gelernt habe), die hat alles mitgeschrieben was Hans-Ove so gesagt hat (muss der abends der Arm weh getan haben, Hans-Ove hat nämlich ganz schön viel gesagt!). Und dann war da noch eine Frau, Claudia sagt das war der "Stewart" was auch immer das bedeutet. Auf jeden Fall hat dieser "Stewart" dem Hund und seinem Besitzer immer gesagt was sie machen müssen. Und es sah ganz danach aus als wenn die das dann auch immer genauso gemacht hätten.

Ich sag´s Euch: Ganz schön schwierig!

In den unterschiedlichen Klassen müssen auch unterschiedliche Aufgaben erledigt werden, so ganz genau weiß ich das auch nicht aber ich weiß das es da Übungen gibt die müssen in Gruppen gemacht werden. Die Hunde müssen sich alle in einem gewissen Abstand nebeneinander legen und die Besitzer müssen sich verstecken. Lustiges Spiel dachte ich weil ich es immer sehr witzig finde wenn Claudi sich versteckt und ich sie dann suchen kann. Aber ich glaube die Spielregeln beim Obedience sind ein bisschen anders. Da müssen dann alle Hunde brav auf ihrem zugewiesenen Platz liegen bleiben (ich bin mir doch nicht so sicher ob das der richtige Sport für mich ist).

Das gleich Spiel wird dann noch mal mit "Sitz" gemacht (und wieder muss man dableiben und darf nicht sein Frauchen suchen). Eine andere Übung geht so das die Hunde ganz toll bei Fuß gehen müssen egal ob der Besitzer nach rechts nach links, nach vorne oder nach hinten geht oder ob er sich rumdreht. Bei manchen sah das schon so aus als hätten die ihren Hund mit Sekundenkleber ans Bein gepeppt. Manchmal mussten sie schnell gehen und manchmal ganz langsam. Schwierig, schwierig. Von diesen "einfachen" Übungen will ich ja gar nicht großartig reden wie: Stehen und Sitzen Aus der Bewegung, das kann ja sogar ich schon ein bisschen. Was ich dann aber wieder sehr schwierig fand war das der Hund aus großer Entfernung "Sitz" und "Platz" und "Steh" gemacht hat.

Eine der schwierigsten Übungen ist meiner Meinung nach die bei der der Hund von seinem Besitzer weg zu einem Kegel hingeschickt wird. Und von da aus muss er dann in ein mit Pylonen abgestecktes Quadrat gehen und sich hinlegen.

Folgende Übung ist auch nicht ohne: der Hund muss aus drei Holzhanteln das herausfinden Das von dem "Stewart" und dem Richter vorher ausgelost wurde. Ich glaube es nicht! Und als ich sah das der "Stewart" mit einer Grillzange in der Hand ankam, dachte ich, wir würden jetzt endlich zum gemütlichen Teil des Tages übergehen aber das war leider nicht der Fall sondern die Zange wurde für die nächste Übung gebraucht. Dabei muss der Hund aus 6 kleinen Holzklötzchen das heraussuchen, was sein Besitzer vorher in der Hand gehalten hat. Dabei ist eben ganz wichtig das der eine Klotz nach dem Besitzer des Hundes riecht und die anderen einen neutralen Geruch haben, darum das Auslegen mit der Grillzange. Wieder was dazu gelernt!

Ob ich das wohl mal lerne? Ich glaube nicht!

Bei einer anderen Übung wirft der Mensch ein Metallapportel über ein Hindernis und der Hund muss das Apportel wiederholen und vorher über ein Hindernis springen und es dann seinem Besitzer wieder geben. Das mit dem wieder holen ist ja nicht das Problem, aber still sitzen zu bleiben während geworfen wird, schon. Also ich weiß ja nicht wer sich das so ausgedacht hat. Ich finde es auf jeden Fall ganz schön beeindruckend was die Hunde und Menschen da geleistet haben. Ich glaube, Claudi wäre ganz stolz auf mich, wenn ich das auch könnte. Könnte mir ja vielleicht mal ein bisschen Mühe geben. Mal sehen.

Vielleicht bin ich ja nächstes Jahr auch mit dabei.

Euer Barney

 

Ó

 Claudia Bleich-Albrecht, 2004, Jede weitere Verwendung nur mit schriftlicher Erlaubnis der Autorin.